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Giants-Besuche abgeschlossen: Was uns die Missouri-Verteidiger über New Yorks Draftpläne verraten

Am Mittwoch endete für alle NFL-Teams die Phase der „Top 30 Visits“ – jener Einladungen, bei denen Franchises Draft-Kandidaten in ihre Einrichtungen holen. Was in East Rutherford passiert ist, lohnt einen genaueren Blick. Die Giants empfingen zum Abschluss zwei Verteidiger aus Missouri – Linebacker Josiah Trotter und Defensive Tackle Chris McClellan. Beide gelten als Spieler für die mittleren Runden, aber die Tatsache, dass sie gerade bei den Giants vorstellig wurden, erzählt mehr, als die bloße Einladung vermuten lässt.

Fangen wir mit dem offensichtlichen Punkt an. New York hat auf der DT-Position ein echtes Problem – unabhängig davon, ob Dexter Lawrence in der kommenden Saison überhaupt aufläuft. Vor diesem Hintergrund bekommt jeder DT-Besuch Signalcharakter. McClellan steht auf dem Big Board der NFL Mock Draft Database auf Rang 116, was ihn grob in Runde 4 einordnet. Kein Glamour-Pick, aber genau die Art Spieler, die in der richtigen Situation überproportional wertvoll werden können.

Laut Dane Brugler von The Athletic sieht McClellan aus wie ein NFL-Spieler – massiger Körperbau, „Bear-Claw-Hände“ (kräftige, greifende Pranken). Wenn er den Snap richtig antizipiere und seine volle Armstreckung nutze, könne er für Center schwer zu verteidigen sein. Allerdings bleibe er manchmal an Blocks hängen und müsse effizienter mit seinen Händen arbeiten. Gegen den Lauf halte er den Punkt und reagiere gut auf Doppelblocks. Insgesamt sei McClellan kein konstanter Disruptor, erfülle aber mit seinen körperlichen Voraussetzungen viele Kriterien – ein Rotationsspieler auf den Innenpositionen der D-Line, der als Zero- oder One-Technique solide Snaps liefern könne.

Nun zu Josiah Trotter. Rang 64 auf dem Big Board – Ende Runde 2, Anfang Runde 3, deutlich höher als McClellan. Sein Vater war ein All-Pro-Linebacker, und Brugler bringt es treffend auf den Punkt – Trotter sei „ein Hammer, der nach einem Nagel sucht“. Laufspiele diagnostiziere er schnell, fülle physisch Lücken und könne sich von Blocks befreien. Im Passspiel dagegen zeige er inkonsistente Route-Erkennung und müsse oft nachjagen. Seine Wettbewerbsmentalität und Energie als Feldgeneral würden ihn aber bei Coaches beliebt machen. Seine Run-Instinkte und seine Fähigkeit, Blocker abzuschütteln, gehörten zu den besten dieser Klasse – er sehe nach einem Stamm-Mike-Linebacker aus.

Ordnet man das Gesamtbild ein, zeigt sich ein klares Muster. Neben Trotter und McClellan empfing New York unter anderem Jeremiyah Love (RB, Notre Dame), KC Concepcion (WR, Texas A&M), Travis Burke (OT, Memphis), Ted Hurst (WR, Georgia State), Carnell Tate (WR, Ohio State), Thaddeus Dixon (CB, UNC), Christen Miller (DT, Georgia), Spencer Fano (OT, Utah), Arvell Reese (OLB, Ohio State), Mansoor Delane (CB, LSU), Caleb Lomu (OT, Utah), Febechi Nwaiwu (G, Oklahoma), Chris Johnson (CB, San Diego State), JC Davis (OL, Illinois) und Tacario Davis (CB, Washington). Die Giants streuen breit, aber die Häufung an Interior-Verteidigern und Offensive Linemen verrät, wo der Schuh am meisten drückt.

Jetzt wird sich zeigen, ob die Giants bei einem Tackle-Kandidaten in Runde 2 oder 3 zuschlagen – oder ob sie McClellan als Runde-4-Schnäppchen anpeilen und früher andere Baustellen adressieren. Die Dexter-Lawrence-Frage wird zum Schlüsselfaktor, und genau deshalb lohnt es sich, diese Besuche nicht als Routine abzutun.